Echtzeitinformationen jetzt auch im Landkreis Calw

Echtzeitanzeigen am ZOB in Calw in Betrieb genommen

Bessere Informationen am Busbahnhof und auf dem Handy – Land förderte Echtzeitprojekt im Rahmen des Landesprogramms NAMOREG mit insgesamt 690.000 Euro – Landkreis beteiligt sich mit 110.000 Euro.

Die Digitalisierung im öffentlichen Nahverkehr schreitet voran. Auch in Calw können sich die Fahrgäste an Anzeigetafeln oder per Handy informieren, ob ihre Bahn oder ihr Bus pünktlich kommt oder sich die Abfahrt verzögert. Am Zentralen Omnibusbahnhof der Hermann-Hesse-Stadt wurden sieben Dynamische Fahrgastinformationsanzeiger (DFI-Anzeiger) installiert. Dort können sich die wartenden Fahrgäste mit einem kurzen Blick über die tatsächlichen Abfahrtszeiten der dort fahrenden Bahnen und Busse informieren. Auch auf dem Handy werden die „echten“ Abfahrtszeiten aller Bahnen und Busse angezeigt. Und wenn ein Zug Verspätung hat, wird gegebenenfalls eine neue Anschlussverbindung berechnet.

Mit der Installation der Echtzeitanzeigen in Calw ist das Gesamtprojekt „Echtzeit“ im Landkreis Calw nun abgeschlossen. Dies wäre ohne finanzielle Förderung durch das Land-Baden-Württemberg und den Landkreis nicht möglich gewesen. Das Verkehrsministerium hat das Echtzeitprojekt im Rahmen des Landesprogramms NAMOREG (Nachhaltig mobile Region Stuttgart) mit insgesamt 690.000 Euro gefördert, der Landkreis hat weitere 110.000 Euro beigesteuert. Insgesamt wurden 2,1 Millionen Euro investiert. Ziel war es, den Fahrgästen auch bei Fahrten, die über die Verbundgrenzen von VVS und Verkehrsgemeinschaft Calw führen, Echtzeitinformationen zu liefern. Neben dem Landkreis Calw war auch der Landkreis Göppingen an dem Projekt beteiligt. Im Landkreis Göppingen wurden im vergangenen Februar insgesamt sieben DFI-Anzeiger installiert.

Verkehrsminister Winfried Hermann bedankte sich beim VVS für sein Engagement und zeigte sich erfreut, dass das Projekt erfolgreich und im Rahmen des Budgets realisiert werden konnte. Er betonte bei der Vorstellung des neuen Systems am Busbahnhof Calw: „Gerade im ländlichen Raum, wie hier in Calw, sind Echtzeitinformationen bei den Bussen insbesondere für Pendler wichtig, damit die Anschluss- und Informationsqualität bei Bus und Bahn besser werden. Aber auch für Touristen wird eine Fahrt in den schönen Schwarzwald mit dem Öffentlichen Personennahverkehr dadurch attraktiver. “

VVS-Geschäftsführer Thomas Hachenberger erklärte, dass man bei dem Projekt in Calw auf Erfahrungen bei der Einführung von Echtzeitsystemen im VVS-Gebiet zurückgreifen konnte. „In diesem Projekt konnten wir zeigen, dass es möglich ist, auch über Verbundgrenzen hinweg Echtzeitinformationen zu generieren und an die Fahrgäste ausgeben zu können.“

„Mit den neu aufgestellten DFI-Anzeigern können sich die Fahrgäste nun schnell einen Überblick über ihre Verbindungen am ZOB Calw verschaffen. Der ZOB ist eine zentrale Drehscheibe für Pendler, Schüler und Touristen. Hier findet der Übergang von der Kulturbahn auf die Busverbindungen in den gesamten Landkreis Calw statt. Hier ist auch der Ausgangspunkt von drei Linien in den VVS und zwei Verbindungen in den Verkehrsverbund Pforzheim Enz“, sagte Dr. Gisela Volz, Geschäftsführerin der Verkehrsgesellschaft Bäderkreis Calw (VGC). Um das Projekt zu realisieren, seien alle Busse der beteiligten Verkehrsunternehmen mit neuen Bordrechnern ausgestattet worden, erzählt Volz.

Sogar Klein- und Ersatzbusse sind in das Projekt integriert: In ihnen kommen mobile Handgeräte zum Einsatz. Busse, die in Calw starten und ins VVS-Gebiet einfahren, geben somit ihre Echtzeitdaten in die elektronische Datendrehscheibe des VVS ein. Bei den übrigen Fahrten, die keine Berührungspunkte zum VVS haben, werden die Echtzeitinformationen über die Fahrplanauskunft Baden-Württemberg (EFA-BW) ausgegeben.

„Verlässliche, planbare Mobilität ist gerade im ländlichen Raum auf Echtzeitinformationen angewiesen“, so Zeno Danner, Erster Landesbeamter des Landkreises Calw. Die 110.000 Euro des Kreises sind daher gut angelegtes Geld. „Gemeinsam mit den Kommunen und dem Kreistag werden wir jetzt einen Maßnahmenplan erarbeiten, um weitere Haltestellen im Landkreis mit Echtzeitanzeigen auszustatten“, blickt Danner in die Zukunft.

Auch Ralf Eggert, Oberbürgermeister der Stadt Calw, freut sich über den neuen Service, der nun auch im ländlichen Raum angeboten wird: „So kann jeder Fahrgast im Voraus mit dem Smartphone nachschauen, ob der Bus erwartungsgemäß pünktlich an der Haltestelle sein wird.“

Zum Hintergrund – so funktioniert die Echtzeit

Die Busse der beteiligten Busunternehmen senden stetig ihre Standorte via GPS an ein mandantenfähiges rechnergestütztes Betriebsleitsystem. Dort wird die aktuelle Position mit dem hinterlegten Fahrplan abgeglichen und anschließend eine Fahrplanprognose berechnet. Diese Information wird an eine spezielle Plattform, die regionale Datendrehscheibe des VVS, weitergeleitet. Dort werden die aktuellen Echtzeitprognosen aller Verkehrsunternehmen im VVS-Gebiet sowie des Landkreises Göppingen und der Zubringerverkehre von Calw gebündelt und an die elektronische Fahrplanauskunft weitergeleitet. An den digitalen Anzeigetafeln an den Haltestellen, in der App „VVS Mobil“, auf der VVS-Homepage (vvs.de) sowie in der App „Bus&Bahn“ und auf der Homepage des 3-Löwen-Taktes (efa-bw.de) kann man die voraussichtliche Abfahrtszeit an der Haltestelle sehen. Auch der Busfahrer wird über seinen Bordrechner ständig informiert, ob er pünktlich ist oder Verspätung hat.